Geschichte

In der zweiten Hälfte der 40er Jahre wurden als Reaktion auf das Versagen großer Teile der Gesellschaft, der Eliten und der Kirchen während des Nationalsozialismus in Deutschland Evangelische Akademien gegründet. Als Orte des gesellschaftlichen Diskurses leisten sie Orientierung, ermutigen zur Verantwortungsübernahme und fordern zur Einmischung auf. Auch unter den schwierigen Bedingungen der DDR gab es eine kirchliche Akademiearbeit als einen Ort freier Meinungsäußerung und Bildung.

Nach der friedlichen Revolution 1989 wurde dieser Arbeitsbereich auch in den beiden nordöstlichen Landeskirchen, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und der Pommerschen Evangelischen Kirche, ausgebaut und 1992 wurden zwei Evangelische Akademien in Rostock und in Greifswald gegründet. Um über ein ausreichend großes und interdisziplinär ausgerichtetes Kollegium zu verfügen, wurden beide Akademien 1998 durch einen Kooperationsvertrag der beiden Trägerlandeskirchen zusammengefügt und die „Evangelische Akademie Mecklenburg-Vorpommern“ gegründet. Sitz der Akademie ist Rostock, die Veranstaltungen finden jedoch im ganzen Bundesland statt.

Seit 1998 hat die Akademie ein Netz von Kooperationen mit unterschiedlichen Einrichtungen der politischen Bildungsarbeit aufgebaut. Sie ist Mitglied der Evangelischen Akademien in Deutschland e.V. (EAD), der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung Mecklenburg und der Ökumenischen Vereinigung der Akademien und Tagungszentren in Europa.

Ein zehnköpfiges Kuratorium mit Persönlichkeiten aus Theologie und Kirche, Politik und Wissenschaft, Medien und Kultur berät und begleitet die Arbeit unserer Akademie. Dazu gibt es einen Freundeskreis der Evangelischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern.

Die Anerkennung aller Menschen als gleichwertig und gleichrangig und das Eintreten für ihre universellen Rechte sind Kern des christlichen Menschenbildes. Die Evangelische Akademie Mecklenburg-Vorpommern engagiert sich daher bereits seit langem im Bereich der Demokratieentwicklung und im Wirken gegen menschenfeindlichen Extremismus.

Neben der Beschäftigung mit diesen thematischen Aspekten in ihren Veranstaltungen und Reihen war die Evangelische Akademie Mecklenburg-Vorpommern auch bereits Trägerin für entsprechende Projekte des Landes und des Bundes. Durch die Übernahme der Trägerschaft für das ‚mobile beratungsteam für demokratische kultur mecklenburg-vorpommern‘ (mbt) am Standort Rostock erweiterte sie 2001 ihr Engagement in diesem Tätigkeitsfeld besonders. Andere Projekte waren und sind zum Beispiel das Landesprojekt zur Berufsorientierung und Lebensplanung von Jugendlichen im Übergang von Schule und Arbeitswelt, 'Ran an die Zukunft' (RAZ), die 'Videowerkstatt für Demokratie und Toleranz‘, ein Jugendprojekt zur Erhöhung der Medienkompetenz und der Partizipation, und das Projekt 'zivilgesellschaftliches Engagement durch Service Learning‘, ein Bundesprojekt der Evangelischen Trägergruppe für Jugendbildung zur Entwicklung und Erprobung neuer Kooperationsformen zwischen außerschulischen Einrichtungen und Schulen.

Seit 2007 ist die Evangelische Akademie Trägerin für zwei Regionalzentren für demokratische Kultur mit Sitz in Roggentin und Stralsund.

 

Familienbande

Wie neue deutsche Romane von Familien erzählen

03.–07.06.2013
wird noch bekannt gegeben Uhr
Ratzeburg, Pastoralkolleg

Themen der Akademie

Politische Teilhabe



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